Nachricht

Wie teuer sind Blindheit und Sehbehinderung?

die Bergische Universität Wuppertal möchte in einer Studie erfassen, welche Kosten durch Blindheit und Sehbehinderung verursacht werden - und zwar alle Bereiche umfassend. Das ist eine Premiere, denn bisherige Studien haben sich fast ausschließlich auf Kosten konzentriert, die mit medizinischen Maßnahmen verbunden sind. Nun soll erstmals in Deutschland auch das erfasst werden, was als Mehraufwand bezeichnet wird: Welche besonderen Ausgaben, welche Einkommenseinbußen hat ein Mensch aufgrund seiner Seheinschränkung? Wie viel gibt er für Hilfsmittel und Assistenzleistungen aus und wie viel Zeit wird ihm von Familienangehörigen, Freunden und Nachbarn geschenkt?

Die Studienleiter wissen, wie sich medizinische Kosten erfassen lassen. Wenn es aber um den Mehraufwand geht, der mit einer Seheinschränkung verbunden ist, kann es keine anderen Experten geben als die blinden und sehbehinderten Menschen selbst. Der DBSV hat sich deshalb dazu entschlossen, die Studie zu unterstützen und ruft alle blinden und sehbehinderten Leserinnen und Leser zur Teilnahme auf - auch in der Hoffnung, dass die Ergebnisse bei kommenden Auseinandersetzungen ums Blindengeld hilfreich sind.

Zur Studie gehören viele Fragen, die sich auf die vergangenen sechs Monate beziehen. Der Mehraufwand, den blinde und sehbehinderte Menschen aufgrund ihrer Behinderung haben, besteht aus vielen einzelnen Posten - von der Haushaltshilfe über den neuen DAISY-Player bis zum Verzicht auf "Schnäppchen" im Discounter, weil man lieber in einem Geschäft mit Bedienung einkauft. Nun kann man sicherlich nicht davon ausgehen, dass sich alle Befragten haarklein erinnern, wer ihnen in diesem Zeitraum wie lange geholfen hat, was sie alles angeschafft haben und wie oft sie ein Taxi benötigten. Auf Anregung des DBSV wird es deshalb die Möglichkeit geben, ein Kosten-Tagebuch zu führen. Der Name ist ein wenig irreführend, denn auch hier geht es nicht nur um Euro, sondern zusätzlich um die Währung Zeit, also die Stunden, in denen man Unterstützung erhalten hat.

Die Teilnahme an der Umfrage ist auf verschiedenen Wegen möglich: Entweder man füllt den gedruckten Fragebogen aus, welcher der Schwarzschriftausgabe der "Gegenwart" November beiliegt und auch angefordert werden kann, oder man beteiligt sich per Internet oder man lässt sich telefonisch befragen (siehe Informationen am Endes dieses Newsletters). Die Benutzerfreundlichkeit des online-Fragebogens wurde in den letzten Tagen noch einmal stark verbessert.
Das CallCenter hat am 23. November die Arbeit aufgenommen. Inzwischen ist der erste Schwung von Anrufern abgearbeitet, so dass man nun auch kurzfristig einen Rückruf vereinbaren kann.

Wer sich im Vorfeld mit den Fragen vertraut machen möchte, findet diese in Schwarzdruck und Braille in den entsprechenden November-Ausgaben der "Gegenwart" sowie auf "DBSV-Inform" in Buch 24. Unter http://kostenumfrage.dbsv.org finden Interessierte den Link zur Online-Umfrage sowie die Fragebögen in verschiedenen Formaten zum Herunterladen. Hier wie im Schwarzdruck der "Gegenwart" November steht auch ein kurzer Fragebogen für Angehörige zur Verfügung. Die Studienleiter sind erreichbar unter: Tel.: 02 02 / 4 39-13 81 oder -13 82 Unter diesen Nummern kann man:

  • Ihre Telefonnummer sowie einen Wunschtermin für ein Telefoninterview durchgeben
  • die Fragebögen sowie einen Umschlag zur portofreien Rücksendung anfordern und
  • sich für das Kosten-Tagebuch anmelden."

Ansprechpartner

Melanie Wölwer

Pressesprecherin

(040) 209 404 29
(0151) 297 000 13
m.woelwer@bsvh.org

Porträtbild von Melanie Wölwer

Zurück